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Die Ausstellung in der VHS hat viel zu sagen
Im Foyer der VHS Osterode/Göttingen bittet zurzeit ein jedes der dort ausgestellten Bilder darum, einen Moment zu verweilen und ihm einen Blick zu würdigen. Denn, gleich, was der syrische Künstler Abdulkarim Hassan mittels Bleistift, Aquarell oder Öl auf zu Leinwänden umfunktionierten Materialien herausgearbeitet hat, es gewährt tiefe Einblicke in seine alte, vom Krieg zerstörten Heimat Damaskus und seiner neuen Heimat, Herzberg.


Peter Zilvar,  Zsófia Kóródy, Ulrike Schmidt, Abdulkarim Hassan, Wolfgang Drebing-Bachmann und Lena Schaumann (v. l. n. r.) während der Ausstellungseröffnung im Foyer der VHS. Foto: Bordfeld
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Peter Zilvar, Zsófia Kóródy, Ulrike Schmidt, Abdulkarim Hassan, Wolfgang Drebing-Bachmann und Lena Schaumann (v. l. n. r.) während der Ausstellungseröffnung im Foyer der VHS. Foto: Bordfeld

In der vom Esperanto-Zentrum organisierten und von der Zukunftswerkstatt Herzberg unterstützten Ausstellung in der VHS ließ der Künstler nicht „nur" seine Bilder sprechen. Er mahnte während der Vernissage an, dass er zwar froh sei, in Deutschland zu sein, dabei könne er aber bestimmt nicht vergessen und weghören, was in seinem Land passiert ist und noch immer geschieht. „Ich freue mich trotzdem, hier zu sein“. Er dankte allen, die gekommen waren und versicherte, dass er sie alle als Gäste in Syrien begrüßen möchte, wenn dort endlich der langersehnte Frieden eingezogen ist.
Peter Zilvar, vom Esperanto-Zentrum, brachte in seiner Begrüßung ebenfalls die große Freude darüber zum Ausdruck, dass die Arbeiten von Abdulkarim Hassan so viele interessierte Bürger ins Foyer der VHS gelockt hatten. Sein besonderes Dankeschön galt der pädagogischen Mitarbeiterin der VHS, Ulrike Schmidt, die auch für den Fachbereich Kulturelle Bildung zuständig ist, dafür, dass sie diese Ausstellung in den Räumlichkeiten möglich gemacht hatte.
Dann übergab er das Wort an Wolfgang Drebing-Bachmann, dem Vorsitzenden der Zukunftswerkstatt, der an seine erste Begegnung mit dem Syrer erinnerte, der schon vielen Menschen kein Unbekannter mehr sein dürfte. Schon im Sommer des zurückliegenden Jahres war er in der Fußgängerzone zu sehen, wo er seine ersten, im damaligen Landkreis Osterode entstandenen Bilder, zum Verkauf anbot.
Bei einem Treffen waren er und seine Frau Abdulkarim begegnet, der sofort ein Foto von ihnen machte. Daran knüpfte er die Einladung, bei ihm vorbeizuschauen und sich das mit Bleistift gefertigte Portrait anzuschauen. Genau das machten beide. Sie betraten ein Wohnzimmer, das schon einem von viel Phantasie geprägten, kleinen Atelier glich. Neben den unterschiedlichsten Farben und Pinseln waren auch aus Pappe, zurechtgeschnittene Bettlaken und Tischdecken gefertigte Leinwände zu sehen. Die Stoffe erwirbt der Künstler übrigens auch im Sozialkaufhaus in Herzberg, die für ihn eine Boutique ist.

Karim war schon in seinem Heimatland ein angesehener Künstler, bis das Regime Assad ihn zum Militär verpflichten wollte. Als er sich dem Druck nicht beugte, tauchte die IS auf. Die bezeichnete all seine Werke als verwerflich und zerstörte diese. Um nicht selbst vernichtet zu werden, entschied er sich zur Flucht. Dieser letzte Ausweg führte ihn über Nordafrika, Ägypten und Spanien nach Herzberg, wo er vor ungefähr eineinhalb Jahren ankam.
Kaum hatte er ein wenig Fuß gefasst, ging er seiner Berufung nach und begann anfangs mit Bleistiften zu zeichnen, kurze Zeit später mit Farben und Pinseln zu malen. “Und jetzt lebt er sein Leben weiter, denn für ihn ist es eine wichtige Aufgabe, sich künstlerisch zu betätigen“. Für Karim ist im Prinzip die Kunst eine Art von Verarbeitung der Erlebnisse in Syrien. So sind Bilder entstanden, die zumeist aus seiner Erinnerung kamen. Darauf sind seine Stadt und Menschen aus seinem Umfeld zu sehen. Inzwischen hat er aber auch Herzberg entdeckt und damit begonnen, es darzustellen.
Dass jedes einzelne Bild dieser Ausstellung, die übrigens bis Juli während der Öffnungszeiten der VHS im Neustadter Tor 1 bis 3 zu sehen ist, viel zu erzählen hat, war daran zu merken, dass sich nicht „nur“ die Gäste miteinander oder mit dem Künstler unterhielten, sondern durchaus auch zum Zwiegespräch vor eines der Werke traten, und das eine oder andere Bild den Besitzer wechselte.

Text und Foto: Petra Bordfeld

 

Stadt Herzberg am Harz
erstellt am 27.04.2017



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