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Niederländischer Fremdarbeiter von 1943 – 1945 in Herzberg

Angehörige stellen Nachforschungen für ein geplantes Sachbuch an

Jos van der Kolk, Eberhard Bruns, Antoinette Vriesema – v.d.Kolk, Hans Vriesema und Klaus Matwijow (v.l.)
Jos van der Kolk, Eberhard Bruns, Antoinette Vriesema – v.d.Kolk, Hans Vriesema und Klaus Matwijow (v.l.)

Klaus Matwijow, ehemaliger Fotoreporter und Verfasser zahlreicher Fotobücher über Herzberg, ist nicht nur in der Region bekannt. Kürzlich erreichte ihn eine Anfrage aus den Niederlanden mit der Bitte, bei den Recherchen für ein Buch über niederländische Fremdarbeiter in Herzberg zu unterstützen. Ansprechpartner sind die Geschwister Jos van der Kolk, seine Schwester Antoinette Vriesema – van der Kolk und ihr Mann Hans Vriesema. Den Niederländern geht es um Informationen über den Vater/Schwiegervater Herman Gezinus van der Kolk, geboren am 13.Mai 1924, der von Juni 1943 bis April 1945 als Fremdarbeiter/Zwangsarbeiter in Herzberg tätig war.  Bei den Nachforschungen waren die Niederländer im Internet auf das Buch von Matwijow „Spurensuche in Herzberg“ gestoßen. Dies war die Grundlage für weitere Gespräche. Am vergangenen Dienstagvormittag trafen sich die niederländischen Gäste aus Epe bei Zwolle bei Klaus Matwijow, der bei dem Informationsgespräch von Eberhard Bruns, dem Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins Herzberg, unterstützt wurde. In gemütlicher Runde bei Kaffee und belegten Brötchen erzählten die Besucher zunächst, was ihnen ihr Vater/Schwiegervater über seinen Arbeitseinsatz erzählt hatte. Nach der Besetzung der Niederlande durch die Wehrmacht im II. Weltkrieg mussten sich alle Niederländer der Geburtsjahrgänge 1923 und 1924 bei den Behörden melden. Wer „untertauchte“, musste mit Repressalien für seine Angehörigen rechnen, sagte Antoinette Vriesema- v. d. Kolk. Freigestellt wurden nur Verheiratete, Kranke und Unabkömmliche.   Der Einsatz in Deutschland erfolgte nach gemeldetem Bedarf. So landete Herman Gezinus van der Kolk mit einem Transport in Herzberg.  Hier arbeitete er von Juni bis September 1943 unter anderem bei dem Unternehmen Pleißner und als Waldarbeiter. Bei der Befüllung von Granaten stellte er sich ungeschickt an. Später half er bis April 1945 in den Pferdestallungen des Welfenschlosses beim Kochen für Flaksoldaten, Fremdarbeiter und andere (insgesamt für rund 600 Menschen). Seinen Kindern ist eine Geschichte, die er aus jener Zeit erzählte, besonders im Gedächtnis. Nachdem russische Fremdarbeiter sich über zu wenig Fleisch in der Suppe beklagt hatten, erfolgte eine Überprüfung der Küche.

Klaus Matwijow, Eberhard Bruns, Jos v.d. Kolk, Antoinette Vriesema- v.d.Kolk und Hans Vriesema (v.l.)
Klaus Matwijow, Eberhard Bruns, Jos v.d. Kolk, Antoinette Vriesema- v.d.Kolk und Hans Vriesema (v.l.)

Dabei stellte sich heraus, dass von dem alle 14 Tage gelieferten Fleisch mangels entsprechender Kühlmöglichkeiten nur wenig für Suppen übrig blieb, weil es schnell verdarb. Daraufhin wurde von den Verantwortlichen die Umstellung auf wöchentliche Fleischlieferungen veranlasst.  Dem Erzählen nach seien die rund 140 niederländischen Fremdarbeiter bevorzugt behandelt worden, so Eberhard Bruns. (Anmerkung: Nach Ansicht der Nationalsozialisten entsprachen Niederländer dem Bild der Arier). Nach der Arbeit durften sie gelegentlich die Umgebung erkunden. Im Anschluss an die gegenseitigen Informationen stellte Klaus Matwijow gerne Fotos aus seinem umfangreichen Archiv zur Verfügung, die von den Besuchern eingescannt wurden. Man wolle gerne in Kontakt bleiben, so Hans Vriesema. Am Mittwoch besichtigten die Niederländer das Unternehmen Pleißner. Zuvor hatten sie im Raum Hattorf Erkundigungen eingezogen. Wieder einmal zeigte sich die nicht nur für Herberg große Bedeutung des Archivs und des Wissens von Klaus Matwijow sowie von Eberhard Bruns.

 

Text und Fotos: Paul Beier

 

Stadt Herzberg am Harz
erstellt am 23.04.2018



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