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Faulheit, Dummheit, Ignoranz und Verfall der Sitten

Beim traditionellen Schützengericht sprach Richter Sause Tacheles

Spendenaufruf
Spendenaufruf

Rau und kaum herzlich, direkt und herausfordernd, so verlief am vergangenen Dienstagnachmittag das traditionelle Schützengericht der Herzberger Schützengesellschaft (HSG). Als 2. Höhepunkt des Schützenfestes nach dem großen Festumzug am Pfingstsonntag. Der langjährige Vorsitzende der HSG, Rainer Sause, als Richter und sein Schützenhauptmann und Ankläger, Andreas Menge waren wieder einmal ein perfektes Team. In dem vollbesetzten Schützenzelt brachten sie die Anwesenden ständig zum Lachen und Beifallsovationen. Dabei gab es auch gelegentlich zaghafte Missfallensäußerungen. Dass Richter Sause diesmal den Ankläger Andreas Menge manchmal misstrauisch von der Seite beobachtete, war nicht zu übersehen. Neben den – männlichen – Mitgliedern der HSG begrüßte Andreas Menge Gäste aus der Politik, der regionalen Wirtschaft, der Kirchen, der Polizei und des Öffentlichem Lebens. Ein besonderes Willkommen galt auch dem Neuen Berghornisten Corps aus Clausthal –Zellerfeld, das die Veranstaltung mit zünftiger Blasmusik unter viel Beifall begleitete. Für die zwischenzeitlichen Durchsagen über eingehende Spenden gab es jedes Mal viel Beifall. Bürgermeister Lutz Peters, der die Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt Herzberg überbrachte, bezeichnete das diesjährige Schützenfest als eine gelungene Mischung aus einem besinnlichen Teil – Totenehrung auf dem Friedhof und Kirchgang – und einem fröhlich/geselligen Part wie Einzelveranstaltungen mit viel Gemeinsamkeit. Er sei seit 47 Jahren im Schützengericht tätig, so Rainer Sause als Einstieg in die Verhandlungen des Schützengerichtes. Euphorisch gestartet mit dem Ziel, die Schützenbrüder zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen verlange jetzt der zunehmende Sittenverfall höhere Strafen und eine Reaktivierung des Zellentraktes im Welfenschloss. Bitten, Befehle und Alkoholverbote seien wieder wirkungslos verpufft. Bei vielen Schützen bestehe weiterhin ein Vakuum zwischen den Ohren, schimpfte Richter Sause. Wegen der erwarteten Flut von Strafgeldern (1.000 Schützentaler entsprachen wie immer 1,- Euro) wurden deshalb 3 „Gerichtskassen“ beim Vorstand eingerichtet. Der 1. Fall wurde zügig und problemlos abgewickelt. Weil Bürgermeister Lutz Peters am Pfingstmontag nicht zeitgerecht auf dem Schießstand war, um traditionell den ersten Schuss abzugeben, wurde er zur Zahlung von 25.000 Schützentalern verdonnert. Sein zaghafter Entschuldigungsversuch, er habe geruht, dabei von einem tobenden „Richter Sause“ geträumt und sich dann duschen müssen und dies habe zu der Verspätung geführt, ließ Sause nicht gelten. Bestraft mit jeweils 5000 Schützentalern wegen nicht zeitgerechter Bereitstellung der Fahnen zur Übergabe der Insignien wurden Torge Bakken und Ulrich Adler. Den beiden Delinquenten bescheinigte Ankläger Menge, man solle ihnen besser Fähnchen wie auf Torten geben. Bakker warf er vor, andere Schützen in dunklen Kneipen gesucht zu haben und dort auf die 1.Runde gewartet zu haben. Ulrich Adler bezeichnete Richter und Ankläger als schlechte Artillerie, die auf eigene Leute schießen würde, um von eigenen Fehlern abzulenken. Im 3.Fall hatte Schützenbruder Jiang Feng im Interesse von Rainer Sause beim Essen am Pfingstmontag ein Schild mit der Bitte von Spenden für ein neues Hemd für den Vorsitzenden aufgestellt. Diese Aktion des asiatischen Schützenbruders sei lobenswert. Dies werde bei der Strafzumessung gewürdigt, so Sause. Er würde Sause sein letztes Hemd geben, was dem Richter aber nicht passen würde, sagte Feng. Weil bislang nur 1,29 € in der Spendenschale (davon 1,- € von Lutz Peters), verdonnerte Richter Sause alle Schützen zur Zahlung von je 1000 Schützentalern. Im gleichen Aufwasch mussten Jiang Feng, Christoph Ellendt und Andreas Menge jeweils 5.000 Schützentaler zahlen. Im 4.Fall waren die Begleiter des Schützenkönigs Wolfgang Bick Peter Kirschke und Willfried Bischoff, auch „Sklaven des Königs“ genannt, als unfähig angeklagt worden. Der König habe unbrauchbares Personal ausgesucht, klagte Sause. „Ich glaube, ich habe mir Klemmbretter ausgesucht, “ habe Bick zu ihm gesagt, so Andreas Menge. Das seien solche Leute, die eine Pizza 220 Minuten bei 15 Grad backen und bei einem 4teiligen Puzzle mit den Ecken beginnen würden, setzte er noch drauf. Trotz glaubhaften Entlastungsversuchen mussten die beiden Begleiter und Wolfgang Bick jeweils 30.000 Schützentaler zahlen. Im letzten Fall ging es um „Wildpinkler“ auf dem Schießstand, über die sich die Schützendamen beschwert hatten. Verbotsschilder würden immer wieder ignoriert, klagte Richter Sause. Nach der Anhörung des Schützenbruders Vogt, stellte Andreas Menge die Aussage „Wer von Euch ohne Schuld ist…..“ in dem Raum, worauf Rainer Sause prophylaktisch alle Schützen zu einer Strafe von je 5.000 Schützentalern verdonnerte. In geselligen Runden wurden anschließend die „Fälle“ weiter vertieft.

Text und Fotos: Paul Beier

 

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Stadt Herzberg am Harz
erstellt am 28.05.2018



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