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Keine Nachsicht mit Strauchdieben und Bösewichten

Beim Schützengericht wurde mit aller Härte Recht gesprochen

Foto: Beier
Foto: Beier

Mit dem traditionellen Schützengericht endete am vergangenen Sonntag das diesjährige Schützenfest in Sieber. Zuvor hatte Pastor Depker im Haus des Gastes einen Gottesdienst abgehalten, der den zahlreichen Anwesenden gut gefiel. Aus gesundheitlichen Gründen war der langjährige „Richter“ Steiling diesmal verhindert. Wer von den Delinquenten jedoch glaubte, der Richter-Vertreter Rainer Diedrich würde bei seinem Debüt zögerlich und zaghaft Recht sprechen, musste zu seinem/ihrem Leidwesen bald erkennen, woher der Wind wehte. Wenn „Richter“ Diedrich seine Sentenz „Das geht gar nicht!“ ausgesprochen hatte, blieb den Übeltätern nur noch „zahlen und fröhlich sein!“ In seinem Grußwort begrüßte Ortsbürgermeister Reinhard Ahlborn neben dem stellvertretenden Bürgermeister von Herzberg, Ulrich Schramke, auch Abordnungen befreundeter Schützengesellschaften und Personen des öffentlichen Lebens. Gerne nutzte er die Möglichkeit, der Schützenschwester Jeanette Brand und dem Schützenbruder Léon Regenhardt die Ehrennadel des Kreisschützenverbandes in Bronze zu überreichen.

Ulrich Schramke (2.v.l.) gratuliert Markus Goedecke (dahinter Blasorchester Sieber)
Ulrich Schramke (2.v.l.) gratuliert Markus Goedecke (dahinter Blasorchester Sieber)

Ulrich Schramke, der die Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt Herzberg überbrachte, gratulierte unter Beifall der Anwesenden dem Sieberaner Markus Goedecke zu seinem 62. Geburtstag, den er musikalisch mit dem Sieberaner Blasorchester beim Schützengericht verbrachte. Ein besonderes Lob zollte Schramke den Freibad – Freunden, die Senioren zu Kaffee und Kuchen in das Freibad eingeladen hatten. Richter Diedrich und er als Staatsanwalt seien immun gegen Anfechtungen, sagte Eberhard Schaub. Zwischen den einzelnen Anklagen erzählte er kleine Anekdoten und Erlebnisse. Unter anderem stellte er das Fazit eines Disputes mit seinem Sohn wie folgt dar: „Seit nett zu Euren Kindern, denn sie suchen später ein Altersheim für Euch aus!“ Im 1.Fall ging es darum, dass Ronald Thaler den Staatsanwalt Schaub als „Mörder“ bezeichnet hatte, weil er mit seinen Jagdkollegen versuchte, die Wildschweinplage zu bekämpfen. Eigentlich erwarte er, dass man ihn auf Händen tragen würde und nicht eine grobfahrlässige Anschuldigung ertragen müsse, so Schaub. Zur Vorkasse wurde ein Nachbar von Thaler, der sich im Urlaub befindet, gebeten. Dieser könne sich die Geldstrafe – 10.000,-Schützentaler (= 10,- €) ja wiederholen, so Richter Diedrich. Die amtierende Schützenkönigin Siglinde Engelmann wurde zur Zahlung von 10.000,- Talern verdonnert, weil sie einmal öffentlich die Majestätskette nicht getragen hatte. Friedel Will wurde angeklagt und verurteilt, weil er beim Herzberger Schützengericht den von einigen Sieberanern aufgebauten „Schierker-Feuerstein-Turm“ zum Einsturz gebracht hatte. Seine Ausflüchte, der Turm sei schief gewesen und er habe wegen der in Herzberg angebotenen geschmolzenen Sülze Durst bekommen, halfen ihm nicht weiter. Zahlen musste er 7.500,- Taler. Wegen einer groben Majestätsbeleidigung wurde Schützenhauptmann Dietmar Reicher angeklagt. Der Angeklagte habe sich nach der „Königswanderung“ zum Schlafen hingelegt und sich später über nicht volle Gläser beschwert, obwohl es sich um Freibier handelte. Seine Ausrede, er sei eingeschlafen, weil Eberhard Schaub das Bier so langsam gezapft hatte, wurde abgewiesen. Sowohl Reicher als auch Sven Ruppe, der in Duderstadt die Königin mit „Siegrid“ und nicht mit „Siglinde“ vorgestellt hatte, kamen mit einem blauen Auge davon. Wegen essen vor Gericht gab es jedoch noch eine Zusatzstrafe.

Sven Ruppe und Silvia Dillner vor Gericht
Sven Ruppe und Silvia Dillner vor Gericht

Vorgeworfen wurde Silvia Dillner und ihrem Komplizen Sven Ruppe, Startkarten nicht ordnungsgemäß ausgefüllt zu haben. Statt des „27.07.18“ hatten die beiden „27.01.18“ eingetragen. Mit jeweils 5.000,- Talern waren beide ungern einverstanden, verlangten aber von ihren im Verein weisungsbefugten Rainer Diedrich als Mitschuldigen eine Zahlung von ebenfalls 5.000,- Talern.

 

 

 

Christoph Ellend (r.) wurde auch „verdonnert“
Christoph Ellend (r.) wurde auch „verdonnert“

Nach Anhörung von mehreren Zeugen konnte der Herzberger Schützenkönig Christoph Ellend einen gegen ihn erhobenen Vorwurf nicht entkräften. Danach sei er mit seinem Kfz in halsbrecherischer Fahrt auf dem Weg zum Kettenputzen beim Sieberaner Schützenkönig den Sieberanern der falschen Fahrbahnseite entgegengekommen. Dies habe die Sieberaner – dazu noch auf der Höhe des Friedhofs - zu Tode erschreckt. Die Strafe von 10.000,-Schützentaler zahlte Ellend unter Protest und unter Hinweis auf das nächste Schützengericht in Herzberg. Auch ein Fluchtversuch konnte Übeltäterin Constanze Grimm vor dem langen Arm des „Vollzugsbeamten“ Andreas Reicher nicht retten. Ihr als Anstifterin wurde gemeinsam mit dem „Zuspätkömmling“ Nils Grüneberg vorgeworfen, den Weckrufumzug am Samstag unerlaubt verlassen zu haben, um im Schwimmbad Abkühlung zu suchen. Diese Form der Fahnenflucht wurde trotz Intervention mit Zahlung einer Vorkasse durch Pastor Depker mit einer Strafe von je 5.000,- Schützentalern geahndet. Bei kühlen Getränken und Leckerem vom Grill ließ es sich anschließend vor dem Haus des Gastes im Schatten unter Bäumen gut aushalten.

Das Gerichts-Triumvirat Rainer Diedrich, Eberhard Schaub, Andreas Reicher (v.l.)
Das Gerichts-Triumvirat Rainer Diedrich, Eberhard Schaub, Andreas Reicher (v.l.)
Pommes und Bier bei der Anklage „geht gar nicht“
Pommes und Bier bei der Anklage „geht gar nicht“

 

Text und Fotos: Paul Beier

 

 

Stadt Herzberg am Harz
erstellt am 01.08.2018



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