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Übernahme von Arbeiten für die Allgemeinheit

Herzberger Reservisten engagieren sich im Umfeld

Auf dem Marsch zur Säuberung des Fliegerdenkmals. Foto: Reservisten
Auf dem Marsch zur Säuberung des Fliegerdenkmals. Foto: Reservisten

In der Zeit des „Kalten Krieges“ verfügte die Bundeswehr neben rund 500.000 Soldaten zusätzlich auf bis zu 2,3 Millionen Reservisten. Am 03.10.1990, dem Tag der Deutschen Einheit, waren es noch 1,3 Millionen ausgebildete Soldaten, die nach Ableistung ihres Wehrdienstes oder nach Ablauf ihrer jeweiligen Verpflichtungszeit im Spannungsfall einberufen werden konnten. Mit der Reduzierung der Bundeswehr auf derzeit etwa 170.000 Soldat/innen und dem damit verbundenen Rückzug aus der Fläche sowie der Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht ab dem 01.07.2011 ist die Zahl der Reservist/innen drastisch zurückgegangen. Zwar hat der Verband der Reservisten als Dachorganisation noch etwa 110.000 Mitglieder in rund 3000 Kameradschaften, aber die Zahlen stagnieren oder sind rückläufig. Dies macht sich unter anderem auch bei Hilfeleistungen im Inneren Deutschlands bemerkbar. Konnte man vorher bei Naturkatastrophen wie Hochwasser nicht nur auf aktive Verbände, sondern auch auf Reservisten zurückgreifen, ist dies heutzutage kaum noch möglich. Damit schrumpfte auch die Möglichkeit, gut ausgebildete Reservisten in größerem Umfang für Auslandseinsätze gewinnen zu können. Die meisten der seitdem aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Soldat/innen bemühen sich, in Zivilberufen Fuß zu fassen und ihren Arbeitsplatz durch dauernde Verfügbarkeit sicher zu gestalten. Inzwischen scheiden immer mehr Reservisten aus Altersgründen aus der Wehrüberwachung aus und stehen nicht mehr zur Verfügung. Eine der noch existenten kleineren Reservistenkameradschaften (RK) haben die Herzberger Reservisten im Jahr 2001 wiedergegründet. Dazu gehören neben dem 1.Vorsitzenden Siegfried Vollert zurzeit weitere 16 Mitglieder und der amtierende Herzberger Schützenkönig Christoph Ellendt als förderndes Mitglied. Die Reservisten treffen sich an jedem 2.Freitagabend im Monat um 19.00 Uhr im Stammlokal „Siggis Pinte“ in In geselliger Runde wird nicht nur über die aktuelle Bundeswehr, sondern auch über Themen aus der Region und darüber hinaus geklönt. Bei der Teilnahme an Veranstaltungen dienstlicher Art – wenn zum Beispiel der Verband der Reservisten zu einem Schießen mit begleitender Waffenausbildung einlädt – wird der vor Jahren (falls noch passende!) vom Bund überlassene Fleckentarnanzug angezogen. Da die Rücknahme auch vom „Blauzeug“ (Uniformrock mit Hose und Mantel) dem Bund teurer zu stehen käme, als die Uniformteile bei den Reservisten zu belassen, dürfen die „alten“ Reservisten sie behalten. (So kann es passieren, dass bei einer Kranzniederlegung an einem Ehrenmal zum Volkstrauertag ein Uniformteil manchmal etwas eng aussieht!) Wichtig ist den Herzberger Reservisten, auch für die Allgemeinheit etwas ehrenamtlich zu unternehmen. Das geschieht meist dann, wenn einem von ihnen etwas aufgefallen ist, wo man tätig werden kann und muss. So pflegen die Herzberger Reservisten seit Jahren das Fliegerdenkmal „Auf der Fulge“, das zuvor in Vergessenheit geraten und völlig verwildert war. Verbunden mit einer kleinen „Marschausbildung“ machten sie sich bislang regelmäßig den Weg, um das Denkmal und die Umgebung freizuschneiden und zu säubern. Das Fliegerdenkmal erinnert an den Absturz eines kleinen Flugzeuges, bei dem die beiden tschechischen Insassen auf dem Weg zur Olympiade 1936 ums Leben gekommen waren. Unter anderem unterstützen die Herzberger Reservisten auch den Sieberaner Achim Reuper, der sich seit Jahren ehrenamtlich um den Friedhof kümmert. Dabei richten die Ehemaligen ihr Hauptaugenmerk auf den Bereich des Soldatenfriedhofs. Neben der Beteiligung an dem jährlichen Umwelttag der Stadt Herzberg nehmen sie auch gerne an den Stadtmeisterschaften der Herzberger Schützengesellschaft teil. Da der nächste Bundeswehrstandort, wo die Reservisten auf Einladung mitschießen könnten, auf Dauer zu weit weg ist, üben sie das Schießen deshalb dann auf dem Schießstand der Herzberger Schützen. Dem Angebot des Luftsportvereins Bad Lauterberg, die Pflege des Fliegerdenkmals zu übernehmen, stimmten die Mitglieder der Reservistenkameradschaft Herzberg bei ihrem vergangenen Treffen zu. Stattdessen ist ein Einsatz im Kleinen Kurpark derzeit im Gespräch. Diskutiert wird immer wieder über die Wiedereinführung der Wehrpflicht im Interesse der Allgemeinheit und damit auch die Stärkung des Reservistentums, so der 2.Vorsitzende Ulrich Adler.

Text: Paul Beier
 

 

Stadt Herzberg am Harz
erstellt am 18.10.2018



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