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Geschlechtszugehörigkeit - Änderung bei Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung

Verfahrensablauf
  • Bei der Geburt
    • Wird bei der Geburt eines Kindes festgestellt, dass es eine Variante der Geschlechtsentwicklung aufweist und weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann, so besteht die Möglichkeit, neben den Eintragungsmöglichkeiten „weiblich“ und „männlich“ auch die Bezeichnung „divers“ zu wählen oder auf eine Angabe des Geschlechts zu verzichten.
    • Voraussetzungen
      Aus der Geburtsanzeige muss sich ergeben, dass das Kind zum Zeitpunkt der Anzeige weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann.
  • spätere Änderung
    • Personen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung haben eine Erklärungsmöglichkeit zu den vier Optionen „divers“, „ohne Angabe“, „männlich“ oder „weiblich“ eingeräumt.
    • Mit dieser Erklärung können auch neue Vornamen bestimmt werden. Dies ist sowohl mit der Erklärung zum Geschlecht, als auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
An wen muss ich mich wenden?

Die Erklärung zur Geschlechtsangabe sowie die Erklärung zur Vornamensführung bei Personen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung müssen öffentlich beglaubigt werden. Diese Beglaubigung kann unter anderem von Standesbeamten erfolgen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Es ist durch die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung nachzuweisen, dass eine Variante der Geschlechtsentwicklung vorliegt. Diese Bescheinigung muss keine genaue Diagnose beinhalten. Es genügt ein Attest vom Arzt, dass die betroffene Person eine Variante der Geschlechtsentwicklung aufweist. Auch eine ältere bereits vorhandene Bescheinigung reicht aus. Eine psychologische Untersuchung wird ebenfalls nicht verlangt. Unter anderem zählen auch Vermerke über eine Vorsorgeuntersuchung im Kinder-Untersuchungsheft, eine Chromosomenanalyse oder auch ein Arztbrief als Bescheinigung hinsichtlich einer Variante einer Geschlechtsentwicklung.

Welche Gebühren fallen an?

Für die Beglaubigung oder Beurkundung von Erklärungen zur Geschlechtsangabe und Vornamensführung bei einer Person mit Varianten der Geschlechtsentwicklung werden keine Gebühren erhoben.

Rechtsgrundlage
  • Transsexuellengesetz (TSG)
  • 22 Personenstandsgesetz (PStG)
  • 45b Personenstandsgesetz (PStG)
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