Herzberg am Harz, 03.06.2025 – Herzberg am Harz, die weltweit anerkannte Esperanto-Stadt, war kürzlich Schauplatz eines wichtigen Aktiven-Treffens des Deutschen Esperanto-Bundes (D.E.B.). Die Zusammenkunft, die am Christi Himmelfahrts-Wochenende im Rittersaal des Welfenschlosses stattfand, versammelte engagierte Mitglieder und Funktionäre des Bundes. Neben der zentralen Diskussion um die Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung von Esperanto bot das Programm auch tiefgehende Einblicke in die lokale Geschichte, die faszinierende Natur der Region und eine genussvolle Erkundung der hiesigen Gastronomie. Die hervorragende Organisation und Durchführung des Treffens lag maßgeblich in den Händen von Michaela Stegmaier, der versierten Esperanto-Sprecherin und seit Kurzem Klimaschutzmanagerin der Stadt Herzberg am Harz.
Unter dem Motto „Esperanto sichtbar machen“ widmete sich das Treffen intensiv der Frage, wie die internationale Plansprache effektiver in die Öffentlichkeit getragen werden kann. Ein maßgeblicher Bestandteil des Programms war ein umfassender Workshop, der Theorie und Praxis der Öffentlichkeitsarbeit miteinander verband. Die Teilnehmenden erhielten fundierte Einblicke in Strategien zur Steigerung der Medienpräsenz und erprobten diese direkt in praktischen Übungen.
© Deutscher Esperanto-Bund e.V.
Ein Schwerpunkt des Workshops lag auf dem Verfassen von ansprechenden Zeitungsartikeln. Unter Anleitung erfahrener Kommunikatoren erarbeiteten die Aktiven Pressemitteilungen und Berichte, die das Potenzial haben, ein breites Publikum zu erreichen und Vorurteile gegenüber der Sprache abzubauen. Ziel war es, relevante Inhalte und die Vorteile von Esperanto in einer für die Medien zugänglichen Form aufzubereiten. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Produktion von Kurzvideos für Soziale Medien. Angesichts der zunehmenden Bedeutung digitaler Kommunikationskanäle wurden die Teilnehmer im Umgang mit Videobearbeitung und der Erstellung kurzweiliger, informativer Clips geschult. Diese sollen künftig dazu dienen, Esperanto einer jüngeren Zielgruppe näherzubringen und die Sprachgemeinschaft online sichtbarer zu machen.
Neben den intensiven Arbeitsphasen zur Öffentlichkeitsarbeit bot das Treffen auch die Gelegenheit, die lokale Umgebung und ihre besondere Verbindung zu Esperanto zu erkunden. Ein Highlight war dabei die Stadtführung, die von Herrn Peter Zilvar vom Interkulturellen Esperanto Zentrum persönlich geleitet wurde. Herr Zilvar führte die Gruppe zu verschiedenen Orten, die für die Esperanto-Geschichte Herzbergs von großer Bedeutung sind. Mit seinen detaillierten Ausführungen und Anekdoten erweckte er die Vergangenheit der Esperanto-Stadt zum Leben und verdeutlichte, wie Herzberg zu dem Esperanto-Zentrum geworden ist, das es heute ist.
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Ein weiteres Highlight war eine Exkursion nach Herzberg-Sieber. Die Gruppe wanderte entlang des malerischen Panoramawegs und erhielt dabei tiefgehende Einblicke in die geologischen Besonderheiten des Tals. Herr Steffen Möller, Vorstandsmitglied des D.E.B. und Geograph an der Uni Göttingen, führte die Gruppe mit kenntnisreichen Erläuterungen durch die Landschaft und machte die erdgeschichtlichen Formationen des Siebertals anschaulich erfahrbar. Seine Präsentation bereicherte das Programm um eine interessante naturwissenschaftliche Komponente und zeigte die Vielfalt der Region auf.
© Deutscher Esperanto-Bund e.V.Ein besonders gemütlicher Programmpunkt war der Besuch des Esperanto Kafejo in der Fußgängerzone. Hier konnten die Teilnehmenden in entspannter Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen den Austausch untereinander fortsetzen und die Gemeinschaft pflegen. Das Kafejo, als Treffpunkt der lokalen und internationalen Esperanto-Gemeinschaft, bot den idealen Rahmen, um die während des Treffens geknüpften Kontakte zu vertiefen und neue Ideen zu schmieden. Darüber hinaus nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, die kulinarische Vielfalt der gastronomischen Angebote Herzbergs zu genießen. Die breite und internationale Auswahl trug zu einem angenehmen Ausklang der ereignisreichen Tage bei. Auch das Nachtleben wurde erkundet. Ein Teil der Gruppe besuchte am Himmelfahrtstag nach dem Abendessen noch die Schlossapotheke, die auch an diesem Abend viele junge Menschen aus Herzberg und Umgebung anzog. Die Anwesenden waren interessiert an den auswärtigen Gästen und es wurde das eine oder andere angeregte Gespräch über Esperanto geführt.
Den offiziellen Abschluss des Aktiven-Treffens bildete die Verbandsratssitzung am Sonntag. Hier kamen die gewählten Vertreter des Deutschen Esperanto-Bundes zusammen, um die Ergebnisse der Workshops zu bewerten, strategische Entscheidungen für die kommende Arbeitsperiode zu treffen und die Weichen für zukünftige Projekte zu stellen. Die Sitzung unterstrich die Bedeutung des Treffens als Plattform für die inhaltliche und organisatorische Weiterentwicklung des Bundes.
Der Vorsitzende des Deutschen Esperanto-Bundes, Herr Prof. Dr. Martin Haase, betonte in seiner Abschlussrede die Relevanz dieser Initiativen: „Unsere internationale Sprache bringt die Völkerverständigung und den interkulturellen Austausch entscheidend voran, denn sie ist eine Brücke zwischen Kulturen. Es ist unsere Aufgabe, diese Botschaft in die Öffentlichkeit zu tragen. Die hier entwickelten Fähigkeiten sind dabei von unschätzbarem Wert. Es war eine große Freude, geografische Aspekte dieser Region durch Herrn Möller kennenzulernen, von Herrn Zilvar persönlich in die Esperanto-Geschichte Herzbergs eingeführt zu werden und die gastfreundliche Atmosphäre und Kulinarik der Esperanto-Stadt zu erleben. Die diesjährige Verbandsratssitzung hat gezeigt, dass wir gerüstet sind, die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen umzusetzen.“
Das Aktiven-Treffen in Herzberg am Harz, das einmal mehr die herausragende Rolle der Stadt für die Esperanto-Bewegung unterstrich, endete mit dem klaren Bekenntnis, die erlernten Strategien und produzierten Materialien aktiv einzusetzen, um Esperanto in Deutschland noch sichtbarer und erlebbarer zu machen. Die gelungene Verbindung von Sprachförderung, regionaler Entdeckung, historischem Einblick und gemeinschaftlicher Atmosphäre trug maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung bei.
Autorin: Julia Noe




