
© Stadt Herzberg am Harz / AR Climate Positive, 2026
Die Stadt Herzberg am Harz untersucht im Rahmen einer Vorstudie, wie Teile der historischen Altstadt künftig klimafreundlich und wirtschaftlich mit Wärme versorgt werden können. Grundlage sind die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung. Diese hat gezeigt, dass die Umstellung jedes einzelnen Gebäudes auf eine eigene klimafreundliche Heizungsanlage, beispielsweise eine Wärmepumpe, aufgrund der dichten Bebauung, der zahlreichen denkmalgeschützten Gebäude und der begrenzten Aufstellmöglichkeiten in weiten Teilen der Altstadt nur eingeschränkt möglich ist.
Gleichzeitig wurde die industrielle Abwärme der Papierfabrik als besonders vielversprechende Wärmequelle identifiziert. Durch die räumliche Nähe zur Altstadt bestehen gute Voraussetzungen, diese Abwärme über ein Wärmenetz für eine klimafreundliche Wärmeversorgung nutzbar zu machen.
Die Vorstudie untersucht, ob und unter welchen Voraussetzungen ein solches Wärmenetz für Teile der Altstadt technisch und wirtschaftlich realisiert werden kann. Betrachtet werden unter anderem der Wärmebedarf der Gebäude, das Interesse der Eigentümerinnen und Eigentümer an einem Anschluss sowie ein möglicher Verlauf der Leitungen. Ziel ist es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen zu schaffen. Mit der Erarbeitung der Vorstudie wurde das Planungs- und Ingenieurbüro AR Climate Positive beauftragt.
Eigentümerbefragung startet im August
„Mit der Vorstudie prüfen wir ergebnisoffen, ob ein Wärmenetz für Teile der Altstadt eine technisch und wirtschaftlich tragfähige Lösung sein kann. Entscheidend ist, dass neben den örtlichen Gegebenheiten auch der tatsächliche Wärmebedarf und das Interesse an einem Anschluss berücksichtigt werden. Deshalb ist die Beteiligung der Eigentümerinnen und Eigentümer für die weiteren Untersuchungen von großer Bedeutung“, erklärt Michael Schmidt, Leiter des Bauamts der Stadt Herzberg am Harz.
Ein wichtiger Bestandteil der Vorstudie ist die Befragung der Eigentümerinnen und Eigentümer im Untersuchungsgebiet. Die Fragebögen werden voraussichtlich bis Mitte August per Post versandt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, online an der Befragung teilzunehmen.
Abgefragt werden unter anderem Informationen zu den bestehenden Heizungsanlagen, zum Wärmeverbrauch, zu geplanten Sanierungsmaßnahmen sowie zum grundsätzlichen Interesse an einem Anschluss an ein mögliches Wärmenetz. Die Angaben helfen dabei, den tatsächlichen Bedarf und die Voraussetzungen für eine netzgebundene Wärmeversorgung möglichst realistisch einzuschätzen.
Die Stadt Herzberg am Harz bittet alle angeschriebenen Eigentümerinnen und Eigentümer, sich an der Befragung zu beteiligen. Eine hohe Beteiligung ist entscheidend, um belastbare Ergebnisse zu erhalten und die weiteren Planungen auf eine verlässliche Grundlage zu stellen.
Informationsveranstaltung im September
Zur frühzeitigen Information und Einbindung der Öffentlichkeit plant die Stadt Herzberg am Harz außerdem im September eine Informationsveranstaltung. Dabei werden die Ziele und Inhalte der Vorstudie sowie die nächsten Projektschritte vorgestellt. Zudem haben die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich über das Vorhaben zu informieren.
Die Vorstudie soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Auf Grundlage der Ergebnisse wird die Stadt Herzberg am Harz gemeinsam mit den beteiligten Akteuren die möglichen nächsten Schritte erörtern und über das weitere Vorgehen entscheiden.

