Ein wichtiger Tag für die Jugendbeteiligung in Herzberg am Harz: In seiner Sitzung am 17. März 2026 hat der Stadtrat die ersten Anträge des Jugendrates zur digitalen Infrastruktur und zur Schaffung moderner Begegnungsräume einstimmig angenommen. Damit macht der Rat den Weg frei für Projekte, die Herzberg im 21. Jahrhundert technologisch und sozial voranbringen.
Den Anträgen vorausgegangen war eine intensive Befragung von Jugendlichen vor Ort. In seiner Rede vor dem Rat machte der Vorsitzende des Jugendrates, Mathis Müller, deutlich, dass die Stadt vor einer Richtungsentscheidung steht.
„Wir haben gefragt: Was würde dich dazu bewegen, nach der Schule oder der Ausbildung hier in Herzberg am Harz zu bleiben? […] Die Antwort der jungen Generation war: erstens ‚Gute digitale Infrastruktur‘ und zweitens ‚Orte an denen wir einfach sein können‘“, betonte Müller eingangs und stellte klar, dass es bei den Anträgen nicht um bloße Wünsche, sondern um die Zukunftsfähigkeit der Stadt geht.
Moderne Infrastruktur samt Klimaschutz
Ein Kernpunkt der Beschlüsse sind die neuen Solar-Treffpunkte. Diese sind so konzipiert, dass sie weit mehr als herkömmliche Sitzgelegenheiten bieten. Sie fungieren mit dem Dach als sogenannte „Klimafolgenanpassung“, ein Punkt der bereits im Klimaschutzkonzept der Stadt Herzberg am Harz gefordert wird. Der stellvertretende Vorsitzende Max Lange ergänzte hierzu die fachliche Tiefe des Konzepts:
„Wir haben uns bewusst für autarke Systeme entschieden, die durch Photovoltaik auf dem Dach für LED-Licht sorgen. Das ist kein Luxus, sondern nachhaltige Infrastruktur, die Sicherheit schafft und den öffentlichen Raum ohne laufende Energiekosten für die Stadt aufwertet“, so Max Lange zur technischen Umsetzung.
Digitale Teilhabe
Parallel dazu wurde der Ausbau des öffentlichen WLANs beschlossen. Durch das europäische Förderprogramm WiFi4EU konnte bereits an sieben Punkten öffentliches WLAN eingerichtet werden. Jetzt wird Herzberg am Harz vernetzter und inklusiver. Mathis Müller unterstrich in seiner Argumentation vor allem den sozialen Aspekt dieses Vorhabens: „Digitale Infrastruktur ist eine Frage der sozialen Teilhabe. Wir wollen nicht das der Zugang zu Information und Vernetzung vom Geldbeutel der Eltern abhängt“, so Müller.
Max Lange fügt zusätzlich hinzu:
„Ein kostenfreier Zugang zum Netz ist im Jahr 2026 die Basis für eine moderne Stadtgesellschaft. Mit diesem Beschluss kann die Lücke zwischen dem technisch Machbaren und der erlebten Realität der Bürgerinnen und Bürger vor Ort geschlossen werden“,.
Ein klares Signal für echte Beteiligung
Der Jugendrat lobte im Rahmen der Sitzung ausdrücklich die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Christopher Wagner und der Stadtpolitik mit den Fraktionen. Man habe im Rathaus Partner gefunden, die bereit sind, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Mathis Müller erinnerte die Ratsmitglieder jedoch auch an ihre Verantwortung für das große Ganze:
„Mit Ihrer Zustimmung senden Sie heute ein unmissverständliches Signal an die Herzberger Jugend: Ihr werdet hier ernst genommen und seid hier willkommen“, resümierte Müller in seinem Schlusswort.
Wie geht es weiter?
Dank der konstruktiven Vorarbeit beginnt nun die Phase der Realisierung. Die konkrete Standortauswahl für die Solar-Hubs und WLAN-Hotspots erfolgt in den kommenden Wochen in enger Abstimmung zwischen dem Jugendrat und den Fachbereichen der Verwaltung. Damit setzt Herzberg ein Zeichen: Jugendbeteiligung in Herzberg ist keine Symbolik, sondern gelebte Realpolitik.





