Um 10 Uhr trafen sich die Mitarbeiter des Klärwerks, die Technische Leitung der Städtischen Betriebe Herr Schönekeß und die Klimaschutzmanagerin Frau Stegmaier mit einem Vertreter der Harz Energie und Herrn Gropengießer von Firma Rhotec aus Bad Lauterberg, um die PV-Anlage auf dem Dach der neuen Klärschlammlagerhalle in Betrieb zu nehmen. 
Gerhard Schönekeß freut sich: „Endlich produzieren wir einen Teil unseres Stroms selbst. Wir gehen von 20-25% Eigenbedarfsdeckung aus, was eine erhebliche Kosteneinsparung für uns bedeutet,“ Die Finanzierung der bisher größten Anlage in der Hand der Stadt Herzberg am Harz lag zu 100% bei den Städtischen Betrieben, so Schönekeß weiter. Wann die Anlage sich amortisiert habe, könne man erst im nächsten Jahr sagen.
„Wir wollen in jedem Jahr neue Anlagen auf unsere Dächer um mehr Strom selbst zu erzeugen, müssen aber auch weiter daran arbeiten unseren Energieverbrauch zu reduzieren“, so Bürgermeister Wagner.
Wie es energetisch um das Klärwerk bestellt ist
Schon seit langem werden in der Kläranlage entstehende Faulgase für das Beheizen der Betriebsgebäude und des Faulturms genutzt, wodurch ca. 50 % des Wärmebedarfs über erneuerbare Energien abdeckt werden können. Doch nicht nur Wärme ist hier ein Thema, auch ist das Klärwerk neben den Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen des Wasserwerks einer der größten Strom-Verbraucher im Stadtgebiet. Ab jetzt wird auch hier nachhaltiger Sonnenstrom selbst produziert und direkt in der Anlage genutzt.
Woher der hohe Stromverbrauch der Kläranlage kommt
Die Versorgung des Betriebsgebäudes stellt neben der Abwasserreinigung nur einen kleinen Teil des Verbrauchs dar. Nachdem die Rechen die groben Schmutzstoffe aus unserem Abwasser entfernt haben, sich im Sandfang Kies und Sand unten abgesetzt haben und im Vorklärbecken ca. 1/3 der feineren Stoffe entfernt wurden, fließt das Abwasser in die sog. Belebungsbecken 3 und 4. Hier säubern Bakterien und Mikroorganismen das Wasser. Weil Sauerstoff für den Prozess benötigt wird, werden die Becken über große Gebläse abwechselnd je 45 min lang pro 2 Stunden-Intervall belüftet. Alle Gebläse zusammen haben einen Strombedarf von 144 KW, selten aber werden alle Gebläse gleichzeitig betrieben.
Welche weiteren Klimaschutz-Projekte in Herzberg anstehen
Derzeit wird eine PV-Anlage auf der Turnhalle der Mahnte Grundschule geplant, des Weiteren sollen die Dachflächen des Rathauses mit Solarpanelen belegt werden. Außerdem werden derzeit einige städtische Liegenschaften bezüglich ihres Wärmebedarfs analysiert, um bei einem anstehenden Heizungstausch möglichst effizient handeln zu können.
Privatpersonen, die sich für energetische Sanierungen oder für Strom- und Wärmeversorgung aus Erneuerbaren Energien interessieren, können sich jederzeit bei der Energie-Agentur Region Göttingen unabhängig und kostenlos telefonisch beraten lassen. Kontakt: 0551 38 42 13 10 oder www.earg.de


